designI

Mentoring-Programme Karriere-Hilfe für Forscherinnen

Frankfurter Allgemeine Zeitung | 16.01.2012

 

Der Blick von außen hilft

Marburger Nachwuchswissenschaftlerinnen geben Auskunft über das Mentoring-Projekt „Pro-Professur“

Die aktuelle Runde des Mentoringprojekts „Pro-Professur“ befindet sich in der Abschlussphase. Eine gute Zeit, um Bilanz zu ziehen. Die fünf hessischen Universitäten finanzieren gemeinsam „Pro-Professur“, um Nachwuchswissenschaftlerinnen zu fördern.

Von April 2010 bis Ende September 2011 berieten und unterstützten 45 erfahrene Professorinnen und Professoren ebenso viele so genannte Mentees in allen Fragen rund um die Professur. Sieben Teilnehmerinnen kamen von der Philipps-Universität, unter ihnen die Sprachwissenschaftlerin Ulrike Domahs, die im Wintersemester 2011/2012 eine Vertretungsprofessur an der Universität zu Köln antritt, sowie die Medizinerin Silke Steinbach-Hundt, die während der Projektlaufzeit ihr Habilitationsverfahren abschließen konnte. Wie haben die beiden das Mentoringprojekt erlebt?

Für Ulrike Domahs „ist das Ziel, auf eine Professur berufen zu werden, durch ‚Pro-Professur‘ konkreter geworden, weil wir uns im Rahmen des Programms mit den verschiedenen Facetten dieser Position intensiv auseinandergesetzt haben. Vor Projektbeginn war ich über mein Berufsziel, Professorin zu werden, wenig informiert. In Intensivtrainings und den Gesprächen mit meinem Mentor habe ich zumindest in Ansätzen erleben und nachfühlen können, welche Voraussetzungen ich für mein Ziel mitbringe und welche Fähigkeiten ich noch erwerben oder verbessern muss. Mein Handeln ist heute zielgerichteter, und ich kann besser einschätzen, was dieser Beruf mit sich bringt.“

Die Medizinerin Steinbach- Hundt hebt das Konzept des Projektes hervor: „Da war zum einen die Beratung durch eine selbst gewählte Mentorin. Dann gab es zweitägige Veranstaltungen, etwa zu Bewerbungsstrategien, Berufungsverfahren, Drittmittelakquise, Hochschulmanagement. Und schließlich wurde eine intensive Vernetzung unter den Teilnehmerinnen gefördert. So bekommt man eine individuelle Beratung, dazu in den Seminaren das notwendige Basiswissen für den Weg zur Professur und schließlich das Feedback von Kolleginnen.“

Welchen Ertrag bringt „Pro- Professur“? Ulrike Domahs: „In jedem Fall habe ich tolle Mentees kennengelernt und hoffe, dass es im Rahmen dieses Netzwerkes auch in Zukunft Austausch geben wird. Darüber hinaus hat sich durch die Mentorenbeziehung eine neue Forschungskooperation für mich ergeben. In den Intensivtrainings habe ich viele wertvolle strategische Hinweise und Anregungen erhalten. Meine Bilanz in Sachen Drittmittelakquise, Veröffentlichungen und Netzwerkbildung hat sich deutlich entwickelt.“ Ihr Fazit: „Ich fand es rückblickend sehr wertvoll, über die Gespräche und Trainings eine Außensicht auf mich, meine Arbeit und meine Ziele zu bekommen und mir klar zu machen, welche Aufgaben zu einer Professur gehören und wie ich selbst diese erfüllen würde.“ Ähnlich äußert sich Silke Steinbach-Hundt: „Ich fand es sehr hilfreich, von einer außenstehenden Person beraten zu werden, die bereits eine Professur innehat. Sehr schön fand ich auch den Kontakt zu den anderen Mentees; sogar Freundschaften haben sich daraus entwickelt. Ermutigt hat mich, dass die Hälfte der Teilnehmerinnen Familie hat und ich mich mit ihnen auch darüber austauschen konnte, wie sich Beruf und Familie verbinden lassen. Auch die Tatsache, als Medizinerin in Kontakt zu Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen zu kommen, empfand ich als bereichernd.“

>> Astrid Franzke, „Pro-Professur“

Zum Jahreswechsel 2011/2012 startet „Pro-Professur“ einen neuen Durchgang. Ansprechpartnerin an der Philipps-Universität ist Ute Kämper. Weitere Informationen im Internet unter www.proprofessur.de

aus: Marburger UniJournal | Nr. 37 | Dezember 2011

Frauen für Professuren fit machen

Infoveranstaltung zu Förderprojekt

KASSEL. Mehr Frauen auf die Lehrstühle: Das ist das Ziel des Projekts "ProProfessur", das die fünf hessischen Universitäten jetzt in einem dritten Durchgang anbieten. Die Hochschulen finanzieren das Förderprojekt bis 2013 eigenständig. Aus dem Pilotjahrgang 2008/09 seine bereits 35 Prozentder Teilnehmerinnen in eine Professur berufen worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Dieses Ergebnis liegt weit über dem bundesweiten Professorinnen-Anteil von 18 Prozent.

Für Interessentinnen der Uni-Kassel findet am Dienstag, 10. Januar, eine Info-Veranstaltung statt: 17 bis 18.30 Uhrim Senatsaal an der Mönchebergstraße 3.

ProProfessur bietet hessenweit 45 hoch qualifizierten Wissenschaftlerinnen aller Fachgebiete gezielte, individuelle Karriereförderung über einen Zeitraum von anderthalb Jahren. Dabei erhalten sie Tipps von einem persönlichen Mentor, der bereits Professor ist. Sechs zweitägige Intensivtrainings entwickeln Schlüsselkompetenzen für Führungspositionen im Wissenschaftsbetrieb. (rud)

www.proprofessur.de

aus: Uni-KS. www.uni-kassel.de

ProProfessur startet wieder

Zur Neuauflage des Mentoring- Programms ProProfessur findet am Dienstag, 17. Januar 2012, von 17 bis 18.30 Uhr an der TU Darmstadt, Karolinenplatz 5, 64289 Darmstadt, Gebäude S1/01, Raum 707 (Senatssaal), eine Informationsveranstaltung statt. Eingeladen sind alle Postdoktorandinnen, Habilitandinnen, Privatdozentinnen und Juniorprofessorinnen, die das Berufsziel Professur haben und sich für den neuen Durchgang 2012/2013 bewerben möchten (Bewerbungsfrist: 23. Januar 2012).

Info: www.proprofessur.de

aus: hoch3. Die Zeitung der Technischen Universität Darmstadt | Jahrgang 7 | 12. Dezember 2011

Motor für den Professorinnennachwuchs

Zwei Mentees des Programms ProProfessur berichten von ihren Lernerfolgen

ProProfessur ist ein Karriereförderprogramm hessischer Universitäten, das sich an hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen aller Fachrichtungen auf dem Weg zur Professur richtet.

Zu den 15 Frankfurter Mentees zählt die Germanistin und Privatdozentin Dr. Regina Toepfer. Sie konnte in der Projektlaufzeit ihre Habilitation abschließen und hatte in den vergangenen Semestern eine Vertretungsprofessur an der Goethe-Universität inne. Die Biologin Dr. Angela Brieger ist am Universitätsklinikum tätig und hat ihre Habilitation 2011 eingereicht.

Ihr Mentoring im ProProfessur-Projekt steht kurz vor dem Abschluss. Mit welchen Erwartungen haben Sie sich 2010 um die Teilnahme beworben?

Angela Brieger: „Das ProProfessur-Programm schien mir als eine einmalige Chance, gebündelt professionelle Schulungen zu erhalten. Auch war meine Hoffnung groß, mich über den Arbeitsalltag austauschen zu können – in meinem näheren Umfeld gibt es eigentlich keine Frau, die ähnlich weit in ihrer akademischen Karriere ist wie ich. Einmalig fand ich die Gelegenheit, einen Professor oder eine Professorin als Mentor wählen zu können, mit dem oder der ich sonst nicht in Kontakt kommen würde.“

Regina Toepfer: „Ich war zwar gespannt darauf, andere Nachwuchswissenschaftlerinnen kennenzulernen, und die Fortbildungsveranstaltungen haben mich sehr interessiert. Dennoch hatte ich Bedenken, ob sich der zeitliche Aufwand lohnen würde; schließlich stand der Abschluss meiner Habilitationsschrift kurz bevor.“

Sie beide gehören zu den Teilnehmerinnen, die das Angebot intensiv genutzt und unterstützt haben. Hat sich der Zeitaufwand gelohnt, haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

RT: „Die Teilnahme hat sich in jeder Hinsicht gelohnt und sich sogar positiv auf den Abschluss meiner Qualifikationsschrift ausgewirkt. Von meiner Mentorin bekam ich wichtige wissenschaftliche und karrierestrategische Hinweise und erhielt Zugang zu neuen Netzwerken. In den Intensivtrainings wurden wir auf Berufungsverfahren und -verhandlungen vorbereitet und über verschiedene Fördermöglichkeiten informiert. Vor allem die Reflexion eigener Stärken und Ziele fand ich überaus hilfreich. Ich versuche nun stärker, Perspektiven zu entwickeln und mich gezielt für bestimmte Vorhaben zu entscheiden, statt mich von zahlreichen Aufgaben aufreiben zu lassen.“

AB: „Der überwiegende Teil der Schulungen war regelrecht maßgeschneidert für mich, und die Diskussionen waren durch die unterschiedlichen Fachrichtungen sehr bereichernd Insgesamt habe ich das Projekt als eine Art Motor empfunden. Besonders die Treffen mit meinem Mentor, bei denen jedes Mal klar zu erreichende Ziele festgelegt wurden, haben meine vergangenen eineinhalb Jahre positiv strukturiert und mich persönlich stark vorangebracht. So konnte ich meine Arbeitsgruppe in dieser Zeit vergrößern und mein wissenschaftliches Netzwerk ausdehnen.“

Das Projekt hat an verschiedenen Stellen die Aufgaben in einer Professur beleuchtet: Hat sich Ihre Sicht auf die Arbeit einer Professorin verändert?

RT: „Bei der Reflexion meiner neuen Rolle als Vertretung einer W3-Professur und der Erweiterung meiner Kompetenzen hat mich das Programm wesentlich unterstützt. Dass eine gute Professorin nicht nur in der Forschung Akzente setzen soll, ist mir in den vergangenen Monaten deutlich bewusst geworden. Vielmehr müssen vielfältige Aufgaben im Bereich des Wissenschaftsmanagements, der Nachwuchsförderung, der Drittmittelakquise und der Administration erfüllt werden.“

AB: „Meine Vorstellungen haben sich konkretisiert durch die persönlichen Schilderungen der Professorinnen. Sehr positiv war für mich, dass eigentlich alle Referentinnen ihren Beruf trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor gerne ausüben und uns ermuntert haben, diese Karriereleiter auch zu erklimmen.“

Gibt es etwas aus Ihren Erfahrungen, das Sie den kommenden Mentees mit auf den Weg geben möchten?

AB: „Ich kann raten, die Auswahl des Mentors oder der Mentorin sorgfältig zu treffen und sich zu trauen, auch sehr renommierte Personen hierfür auszuwählen. Gerade diese persönlichen Gespräche sind es, die für die Einzelne unglaublich hilfreich sein können.“

RT: „Ich kann allen Nachwuchswissenschaftlerinnen nur empfehlen, sich für dieses Programm zu bewerben. In der prekären Phase der wissenschaftlichen Qualifikation bietet das ProProfessur-Projekt eine ebenso motivierende wie zielorientierte Unterstützung.“ Interview: Astrid Franzke

aus: UniReport | Nr. 6 | 08. Dezember 2012

Halbzeitevaluation im hessenweiten ProProfessur-Projekt – Neuausschreibung im Dezember 2011/Januar 2012

Die fünf hessischen Universitäten finanzieren gemeinsam das Projekt ProProfessur in einem ersten regulären Durchgang von 2010 bis Ende 2011 mit dem Ziel, 45 engagierte und hoch qualifizierte Wissenschaftlerinnen beim Übergang in die Professur zu unterstützen und diesen Prozess zu beschleunigen. Die Justus-Liebig-Universität Gießen beteiligt sich mit sieben Plätzen am jetzigen Durchgang, die Zahl der Bewerberinnen war doppelt so hoch.

Zur Halbzeit des Programms wurden alle Mentees und alle 45 Professorinnen und Professoren aus 27 Universitäten, sechs außeruniversitären Forschungseinrichtungen und einer Fachhochschule schriftlich befragt. 98 Prozent der Mentees (44) und 76 Prozent der Mentorinnen/Mentoren (34) beteiligten sich. Die Evaluationsergebnisse belegen empirisch den sehr erfolgreichen Verlauf auch dieses Durchgangs. Fünfzehn Mentees (33 Prozent) hatten, im Vergleich zum Projektstart, bereits wichtige Karriereschritte in Richtung Professur realisiert, einige sogar mehrere: Zwei Mentees wurden auf Professuren berufen (Germanistik, Erziehungswissenschaften), zwei weitere Teilnehmerinnen haben einen Ruf erhalten (Wirtschaftswissenschaften, Sprachwissenschaften). Ebenfalls zwei Mentees hatten Vertretungsprofessuren inne (Soziologie, Germanistik). Zehn Teilnehmerinnen konnten ihre Habilitation ab schließen (Wirtschaftswissenschaften (2), Biowissen schaften (2), Germanistik (2), Kulturwissenschaften, Sprachwissenschaften, Soziologie, Anglistik) und zwei weitere Mentees haben ihre Habilitation eingereicht (Medizin).

Der einzigartige Zuschnitt der Mentee-Gruppe und der Mentorinnen-/Mentoren-Gruppe sowie das auf die Bedarfe exakt abgestimmte Qualifizierungsangebot erbringen die sehr hohe Zufriedenheit der Beteiligten mit dem Angebot. Dies zeigt sich auch in einer entsprechenden Verbindlichkeit und Identifikation mit ProProfessur und nicht zuletzt in einem großen Engagement, eigene Arbeitsergebnisse in das Netzwerk einzubringen.

Die Konferenz der hessischen Universitäten macht einen weiteren Durchgang von ProProfessur möglich. Im Dezember 2011/Anfang Januar 2012 wird dazu die Ausschreibung erfolgen. Das Programm richtet sich wiederum an sehr gut qualifizierte, mindestens promovierte Wissenschaftlerinnen aller Fachrichtungen, die Professorinnen werden möchten. Die Bewerberinnen sollten bereit sein zum aktiven Eingehen einer Mentoring-Beziehung, zur Weiterqualifizierung im Bereich der wissenschaftsbezogenen soft skills und zum Aufbau neuer karriererelevanter Netzwerke.

aus: Hedwig Veranstaltungen · Informationen · Interview Gender in Forschung und Lehre | Wintersemester 2011/2012 | Ausgabe 43

ProProfessur – Eindrücke zur Halbzeit von zwei Kasseler Teilnehmerinnen

Die Universität Kassel beteiligt sich gemeinsam mit den anderen vier hessischen Universitäten am Mentoring-Projekt ProProfessur. Ziel ist es, 45 hoch qualifizierte PostDocs, Habilitandinnen, Privatdozentinnen und Juniorprofessorinnen auf ihrem Weg in die Professur zu unterstützen. Ihnen stehen 45 im Wissenschaftsfeld und in Netzwerken ausgewiesene Professorinnen und Professoren aus 27 Universitäten bundesweit, aus sechs außeruniversitären Forschungseinrichtungen und aus einer Fachhochschule zur strategischen Karriereplanung und für alle Fragen rund um das Thema Professor zur Verfügung. Das Programm startete in 2010 und läuft bis Ende 2011. Aus Kassel war die Nachfrage mit 10 Bewerbungen doppelt so hoch wie die zur Verfügung stehenden Plätze.

Mit zwei sehr engagierten und erfolgreichen Mentees aus Kassel, der Kunsthistorikerin Dr. Ulli Seegers und der gerade frisch berufenen Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Sylvie Geisendorf, sprach Dr. Astrid Franzke, der Projektleiterin ProProfessur von der Goethe-Universität Frankfurt.

Nach den bisherigen Gewinnen aus dem Programm befragt resümiert Ulli Seegers: „Das Programm hat im Rahmen einer Stärken-Schwächen-Analyse zu einer Profilschärfung beigetragen. So sehe ich mich nun eher in der Lage, meine Potenziale in Berufungsverfahren fokussierter einzubringen. Ferner habe ich einen guten Einblick in das ‘Betriebssystem’ Hochschule erhalten. Da ich vor meiner wissenschaftlichen Laufbahn lange in der freien Wirtschaft tätig war, kann ich das Arbeitsfeld ‘Universität’ nun besser und gezielter abstecken.“ Für Sylvie Geisendorf war das „Wissen über Projektanträge/Fördermöglichkeiten oder Personalführung, die die Hemmschwelle abbauen, sich mit diesen Aufgaben zu befassen“, sehr hilfreich. Und mit Blick auf das Gesamtprogramm formulierte sie: „Es war viel interessanter und hilfreicher, als ich vorher gedacht hätte, auch von den Erfahrungen von Frauen aus ganz anderen Wissenschaftsbereichen zu hören. Man kann trotz verschiedener Fachkulturen sehr viel voneinander lernen. Und es macht auch einfach Spaß die anderen zu treffen. Die Gespräche sind insgesamt sehr nett und alle gehen freundlich und interessiert miteinander um.“

Den Aufbau des Programms aus den drei Bausteinen Mentoring-Beziehung, Intensivtrainings zum Erwerb wissenschaftsbezogener soft skills und Networking hält Frau Seegers für überaus sinnvoll und hilfreich: „Da ich aus allen drei Modulen jeweils andere wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen mitnehme, fällt mir eine Priorisierung ehrlich gesagt schwer. Die Intensivtrainings bieten in ihrer wechselnden thematischen Ausrichtung jeweils konkrete Inputs mit praxisorientierten Anwendungsbeispielen. Der vertrauensvolle Austausch mit einem/r erfahrenen Wissenschaftler/in ermöglicht Antworten auf Fragen, die ich sonst wahrscheinlich nicht unbedingt stellen würde. Ich habe bereits viele äußerst hilfreiche Tipps und Hinweise erhalten, die ich nicht missen möchte. Letztlich ist der Austausch der Mentees untereinander unglaublich wichtig und auch lehrreich: gute und schlechte Erfahrungen werden gleichermaßen kommuniziert, so dass wir uns damit gegenseitig unterstützen. Manchmal tut es einfach auch nur gut zu sehen, dass man mit seinen Fragen und Problemen nicht allein dasteht. Alles in allem also eine wunderbare Mischung!“ Ähnlich äußert sich Frau Geisendorf: „Für mich kamen manche der Intensivtrainings zeitlich sehr gut passend, weil sie sehr konkrete Verhandlungs- oder Gesprächsführungsstrategien vermittelt haben, die ich in der Bewerbung und Verhandlung nutzen konnte. Man traut sich Dinge eher, wenn man vorher gesagt bekommt, wie man auftreten kann/soll.“ Auch das Networking war für sie wichtig: „Im Freundeskreis - und selbst in meinem Fachbereich - war ich immer die einzige mit dem Berufsziel Professur. Die Trainings bekommen auch eine andere Qualität dadurch, dass sie mit den anderen gemeinsam besucht werden. Die Mentoring-Beziehung ist an sich sehr gut. Ich finde meine Mentorin sehr interessant und offen. Wir waren aber räumlich viel zu weit auseinander, und ich war durch die Habilendphase und das frühzeitige Stellenangebot so beschäftigt, dass ich mir nicht die Zeit genommen habe, sie öfter zu treffen.“

Die Sicht auf die Arbeit als Professorin hat sich für Sylvie Geisendorf durch das Programm nicht verändert. Erklärend fügt sie hinzu: „Ich denke, ich war schon so lange intensiv und an verschiedenen Lehrstühlen in der Uni beschäftigt und kenne viele Professoren, sodass ich eine ziemlich gute Vorstellung davon hatte, was eine Professur bedeutet. Etwas erschrocken war ich nur, dass eigentlich die meisten meinten, dass sie viel zu viel arbeiten. Irgendwie hoffe ich immer, dass das alle nur erzählen und es doch nicht so ganz stimmt“, sagt Frau Geisendorf. Etwas anders ist die Erfahrung von Ulli Seegers: „Meine Sicht auf die Arbeit einer Professorin hat sich konkretisiert, das heißt ich habe jetzt sicher eine realistischere Vorstellung vom Professorinnen-Alltag. In jedem Fall habe ich das Gefühl, dass ich durch das ProProfessur-Projekt besser darauf vorbereitet bin und die eine oder andere Situation professioneller angehen kann.“

Für die noch verbleibende Laufzeit wünscht sich Frau Seegers: „Es klingt vielleicht etwas unspektakulär, aber ich wünsche mir, dass es mit den vielen hilfreichen Tipps, den wertvollen Trainings und den neuen wunderbaren Freundschaften einfach nur so weitergeht!“ Sylvie Geisendorf sieht dies ähnlich: „Ich wünsche mir noch ein paar interessante Inputs für die Anfangszeit jetzt als Professorin und viele nette Gespräche mit den anderen.“Mit Blick auf die Mitstreiterinnen und die nachfolgenden ProProfessur-Generationen formuliert sie: „Ich möchte gerne weitergeben, dass man auch Erfolg haben kann, ohne so verbissen daran zu arbeiten.“

Der neue Durchgang von ProProfessur startet. Bewerbungen bitte bis zum 23.01.2012 per Email oder per Post an Frau Dr. Astrid Franzke.

Dr. Astrid Franzke
E-Mail: franzke@em.uni-frankfurt.de
www.proprofessur.de

Kontaktperson an der Universität Kassel:
Regina Kirsch
Frauenbeauftragt
0561/804-2268
rkirsch(at)uni-kassel.de

aus: publik online. Universität Kassel. http://www.uni-kassel.de/uni/universitaet/uni-nachrichtenportal/publik-online/campus/campus-details/article/proprofessur-eindruecke-zur-halbzeit-von-zwei-kasseler-teilnehmerinnen.html. vom 10.10.2011

"Evaluation belegt: Mentoring bringt nachhaltige Effekte für Professorinnennachwuchs!"

Effekte von Mentroing-Programmen, zumal mit dem Ziel, den Professorinnennachwuchs zu fördern, sind in der Regel nur über einen längeren Zeitraum hinweg zu identifizieren. Eine nach den gültigen Evaluationsstandards durchgeführte Untersuchung des Pilotprojektes elegt ein ungewöhnlich gutes und quantifizierbares Ergebnis. mehr >>>

aus: INGenie - Frauen in Technik und Wissenschaft. 2011

Die ersten Hürden meistern

ProProfessur unterstützt junge Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur

Intensivtrainings, Betreuung durch Mentoren und ein intensives Netzwerk – das bietet das Förderprogramm ProProfessur der hessischen Universitäten. 45 erfahrene Professorinnen und Professoren beraten 45 Wissenschaftlerinnen in Fragen rund um die Professur. Zum Beispiel die Soziologin Dr. Silke Steets und die Ingenieurin Dr. Bettina Frohnapfel, die in - zwischen einen Ruf an das Karlsruher Institut für Technologie erhalten hat.

Mit welchen Erwartungen sind Sie in das Programm gegangen und wie wurden sie bisher erfüllt?
Silke Steets: Durch eine Mentee aus der Pilotphase hatte ich von ProProfessur gehört. Mir war klar: In dieses Programm möchte ich unbedingt aufgenommen werden. Besonders große Erwartungen hatte ich im Vorfeld an die Intensivtrainings. Hier habe ich tatsächlich viel gelernt, ob im Berufungstraining, den Workshops zur Drittmittelakquise oder beim Einüben von Führungskompetenzen.
Bettina Frohnapfel: Ich hatte vor ProProfessur schon an einem ähnlichen Programm teilge - nommen. Dort hatte ich bereits sehr positive Erfahrungen mit Intensivtrainings der Netzwerkbildung unter den Teilnehmerinnen gemacht. Ein zusätzlicher Aspekt bei ProProfessur ist das Mentoring durch einen erfahrenen Wissenschaftler. In meinem Fall war dieser Kontakt in den vergangenen Mo - naten äußerst hilfreich, weil trotz der fachlichen Distanz ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung stand, der mich bei wichtigen Entscheidungen beraten und aktiv unterstützt hat.

Wie hat Sie das Projekt auf dem Weg zur Professur unterstützt?
Bettina Frohnapfel: Die neuen Kontakte nach einem Intensivtraining sind für mich oft wichtiger als der Inhalt des Trainings selbst. Das sind unkonventionelle Netzwerke, die ohne das Programm nicht zustande kommen können. Im Verlauf der Bewerbungen und Berufungsverhandlungen gab es wiederholt Situationen, in denen Ratschläge von erfahrenen Personen sehr hilfreich waren. Durch die Mentoring-Beziehung stand hier ein zusätzlicher Ansprechpartner zur Verfügung, der – frei von eigenen Interessen – strategische Zusammenhänge erklären und die Höhe der einen oder anderen Hürde relativieren konnte.
Silke Steets: Das Projekt hat mir vor allem geholfen, mich selbst in der Rolle einer Professorin zu sehen. Ich kann mir heute viel besser als noch vor Monaten vorstellen, welche Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Erwartungen mit einer Professur verknüpft sind. Und das hilft mir, in Berufungsverfahren als selbstbewusste Wissenschaftlerin aufzutreten, die genau diese Anforderungen kennt und erfüllen kann.

Interview: Dr. Astrid Franzke, Projektleiterin ProProfessur

Informationen, Ausschreibung: www.proprofessur.de/

aus: Technische Universität Darmstadt | hoch3 | September 2011

Mit nachhaltigem Effekt

Der Pilotdurchgang des Förderprogramms ProProfessur wurde evaluiert

Die Förderung von hoch qualifizierten Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur ist für die hessischen Universitäten ein wichtiges hochschul- und gleichstellungspolitisches Anliegen. Ein Instrument, um diesem Ziel näherzukommen, ist das Mentoring- Projekt ProProfessur, das 2008/09 als Pilotprojekt startete und jeweils hälftig vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und den hessischen Universitäten finanziert wurde. Aufnahme fanden 43 hervorragend qualifizierte promovierte Wissenschaftlerinnen, Habilitandinnen, Privatdozentinnen und Juniorprofessorinnen aller Fachrichtungen mit dem Berufsziel Professur. Sie erhielten von 35 Professorinnen und Professoren aus über 20 Universitäten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gezielte Unterstützung und Förderung.
Effekte von Mentoring-Programmen messen zu wollen, erweist sich methodisch als schwierig, zumal, wenn sie die langfristig angelegte Zielstellung Professur haben. Kurzfristig ist dies in der Regel kaum möglich. Die nunmehr vorliegende facettenreiche Evaluation, die unmittelbar nach Abschluss des Programms durchgeführt wurde, zeigt eindeutige und quantifizierbare Ergebnisse.
Zu Beginn des Programms wurden alle Mentees danach befragt, wann sie ihr Berufsziel Professur realisiert haben möchten. 40 Mentees beteiligten sich an der Ausgangserhebung. Von diesen gaben 35 explizit an, dass sie in den nächsten Jahren eine Professur erreichen möchten. Davon formulierten 17 Mentees, dass sie schon sehr bald, in den nächsten 1 bis 3 Jahren, ihr Ziel erreicht haben möchten. 18 Mentees planten einen etwas längeren Zeitraum von 5 bis 8 Jahren ein. Damit wird sichtbar, die objektiven Qualifikationsvoraussetzungen und die subjektiv formulierten Zeitvorstellungen der Mentees vom Erreichen des Berufsziels stimmen überein und sind realistische Selbsteinschätzungen. Sie bestätigen die Passgenauigkeit mit Blick auf die Zielgruppe von ProProfessur.
Zum Abschluss der 18-monatigen Laufzeit des Programms hatten bereits 9 der 43 Mentees eine Professur inne, das sind 21 Prozent. Dies liegt klar über dem Bundesdurchschnitt des Frauenanteils an Professuren von 17 Prozent. Es ist daher plausibel, dass das ProProfessur-Projekt hierzu beigetragen hat, da alle Programmmaßnahmen genau darauf ausgerichtet waren, diesen Übergang optimal auszugestalten und dadurch zu beschleunigen.
Drei Erfolgsfaktoren sind es vor allem, die in ihrem aufeinander abgestimmten Zusammenwirken die Karriereförderung der Mentees deutlich unterstützt haben:
• Hierarchiefreie Mentoring-Beziehungen mit berufserfahrenen und fachnahen Professorinnen/ Professoren
• maßgeschneiderte Intensivtrainings zum Erwerb wissenschaftsbezogener Schlüsselqualifikationen für die Statusgruppe (unter anderem Berufungstraining, Drittmittelakquise, Führungskompetenzen, Hochschulmanagement)
• personenbezogenes, strategisches, interdisziplinäres Networking (thematisch und informell) Übereinstimmend bestätigten die Mentees, Mentorinnen und Mentoren in der Abschlussevaluation die sehr hohe Zufriedenheit mit dem Programm. Sichtbar wird darüber hinaus das große Potenzial und Engagement an qualifizierten Wissenschaftlerinnen.
Das Projekt wirkt nachhaltig durch personenbezogene Karrierestrategien, Motivationsschübe zur Zielerreichung, professionelles Know-how im Bereich der wissenschaftsspezifischen Schlüsselkompetenzen und strategische Netzwerkerweiterung. Ein Jahr nach Abschluss liegt der Anteil der aus dem ProProfessur-Projekt berufenen Professorinnen bereits bei 28 Prozent.
Das ProProfessur-Projekt wird derzeit in einem ersten regulären Durchgang und in einem dann folgenden Durchgang bis Ende 2013 ausschließlich durch die fünf hessischen Universitäten finanziert. Die nächste Bewerbungsfrist läuft ab dem Jahreswechsel 2011/12. Neu geschaffen wurde ein gemeinsamer wissenschaftlicher Beirat von ProProfessur und SciMento, der die strategische Weiterentwicklung beider Projekte über den oben genannten Zeitraum hinaus in den Blick nimmt und die Kooperationsmöglichkeiten für Synergieeffekte auslotet.
Im Evaluationsbericht sind die Ergebnisse detailliert nachlesbar und die Instrumente beschrieben, die die Effekte bewirkt haben. Der Bericht ist für Personen, die im Wissenschaftsmanagement, in der Gleichstellungsarbeit und in der Karriereförderung für Wissenschaftlerinnen tätig sind, sowie für Interessierte am Mentoring von Interesse. Er kann unter franzke@em.uni-frankfurt. de angefordert werden. Astrid Franzke
Informationen: www.proprofessur.de

aus: UnReport Nr. 1 | 14.02.2011

logos
Bundesministerium für Bildung und Forschung Forum Mentoring